Schüler erklären Bürgermeister Dr. Ralf Göck, wie sie sich die Brühler Zukunft vorstellen.

Dienstag, 18. April 2017

Brühl-Ormessoner Jugendaustausch bringt Familien zusammen

Zukunft und Geschichte als Schwerpunkte im 40. Jubiläumsjahr der Brühl – Ormessoner Städtepartnerschaft

Der „Oster-Austausch“ zwischen Brühler und Ormessoner Jugendlichen hatte viel früher begonnen: Schon vor drei Monaten, am 22. Januar, dem Tag der deutsch-französischen Freundschaft, hat die Marion-Dönhoff-Realschule Werke ihrer Schüler vorgestellt, die „Meine Gemeinde in der Zukunft“ zum Thema hatten. Heraus kamen farbenprächtige Gebäude und Raumschiffe, die in dem Brühl der Realschüler stehen werden. Aber auch das Wohnproblem einer wachsenden Weltbevölkerung hatte Schüler und Lehrer inspiriert. Dasselbe Thema war auch in der Partnerstadt 0rmesson von jungen Leuten bearbeitet und zeitgleich präsentiert worden. Die Sparkasse Heidelberg war bereit, in den Räumen ihrer Filiale (Hauptstraße) die schönsten Werke in einer Ausstellung zusammenzuführen. Am 3. April, zwei Tage nach dem Eintreffen der jungen Franzosen, wurde sie eröffnet und wird noch bis Ende des Monats zu den üblichen Öffnungszeiten gezeigt. Zur Vernissage eingeladen waren neben den Autoren der Werke und ihren Lehrern vor allem die Teilnehmer am diesjährigen Jugendaustausch der Partnergemeinden. Bürgermeister Dr. Göck nutzte den Anlass, um alle Beteiligten und besonders die Gäste aus der Partnerstadt mit ihrer Leiterin Marion Balaÿ zu begrüßen und ihnen zu danken, selbstverständlich auch der gastgebenden Sparkasse.

 

Gleich anschließend fuhren Gäste und deutsche Gastgeber nach Mönchzell in das katholische Jugendheim St. Berthildis, das Pfarrer Dietrich (U 1975) gebaut hat. Für das Kennenlernen der beiden Gruppen war es ideal: Gemeinsame Mahlzeiten mit Tischdecken und Abwaschen, Ball- und Gesellschaftsspiele draußen und drinnen, vor allem aber ein Lagerfeuer. Für die beiden ausnehmend freundlichen Gruppen entzündete es Jochen Ungerer gern, und solange der kühler werdende Abend es zuließ, machten Lothar Ertl (Gitarre) und Helmut Mehrer ihre Gäste mit Volksliedern und modernen Songs vertraut.

 

Eintauchen in die Geschichte

So früh es die kurze Nacht erlaubte, ging es am Dienstagmorgen zurück nach Brühl, nicht ohne den obligatorischen kurzen Stopp an dem historisch bedeutsamen Kloster Lobenfeld. Nachdrücklicher wurden die Begegnungen mit der Geschichte dann am Mittwoch: Zuerst das Hambacher Schloss mit seiner beeindruckenden Vergangenheit. Hier waren 1832, in der ersten, längeren Phase des Friedens zwischen den Nachbarvölkern, Deutsche, Franzosen und Polen zusammengekommen, um mit Reden, Liedern („Hinauf Patrioten“) und Pfälzer Wein die Freiheit zu feiern. Am Nachmittag ließen sich die 23 jungen Leute, durchaus interessiert, die Architektur und die reiche Geschichte des Speyerer Doms erklären.

Rasch ging dann die Woche zu Ende: Am Donnerstag und Freitag wurde gemeinsam die Schule besucht, am Freitagnachmittag in der Grillhütte gab es die Abschiedsfeier, bei der die Mütter und Väter viel Lob für Salate und Süßspeisen ebenso wie für das Gegrillte hörten. Und auch Bürgermeister Dr. Ralf Göck durfte ein Lob hören, dass die Gemeinde ein so individuell organisiertes Programm für einen bescheidenen Eigenbeitrag der Schüler und ihrer Eltern auf die Beine stelle.

Freunde werden - auf einem einstigen Schlachtfeld

Die Party endete früh, denn schon am nächsten Morgen um 8 Uhr startete der Bus Richtung Verdun. Zum Ort des Schlachtfelds, auf dem 1916 über 300.000 junge Männer ihr Leben und doppelt so viele ihre Gesundheit verloren hatten. Dort wollten sich die Familien der Jugendlichen aus Brühl und Ormesson kennenlernen. Schon während der Fahrt und dann bei einer Führung durch die Festung Douaumont erfuhren sie Bedenkenswertes über die deutsch-französische Geschichte. Etwa dass die Friedenszeiten immer kürzer, die Kriege aber immer länger geworden waren, bis mit dem Schuman-Plan 1950 die heutige Epoche des Friedens und der Aussöhnung begann.

Welch schöne Früchte sie hervorgebracht hat, zeigte sich beim anschließenden Pick-nick: Der Tisch, auf dem das Mitgebrachte stand, bog sich beinahe unter den Köstlichkeiten. Um halb vier musste Fahrer Theo mit seinem Bus anrollen, damit sich die Familien trennten und bereit waren heimzufahren. Die Brühler Eltern allein, die 0rmessoner nahmen die eigenen Kinder und ihre Partner mit, einschließlich deren Betreuer Lehrer Patrick Jakob von der Schillerschule.

Eine Woche und viele Telefonate später, beim Wiedersehen der Familien auf dem Mannheimer Bahnhof, gab es natürlich großes Hallo und viel Begeisterung über das Programm (Eiffelturm, Klettergarten). Etliche Brühler erklärten aber auch ihre feste Absicht, die neuen Freunde beim Jubiläumsfest im Juni in 0rmesson zu besuchen.

Partnerschafts-Organisator Jochen Ungerer inmitten „seiner“ deutschen und französischen Austauschschüler in der Grillhütte.

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