Revierleiter Elmar Hörscher (Bildmitte) und der Leiter des Polizeipostens Brühl, Alfred Bauer, erläutern Brühls Bürgermeister Dr. Ralf Göck die verbesserte Kriminalitätslage 2016 im Ratssaal

Mittwoch, 5. April 2017

Brühler Polizei stellt Kriminalitäts- und Unfalllagebild 2016 vor

Verstärkte Präsenz zeigt Wirkung / Zahl der Straftaten in Brühl auf Tiefstand. „In Brühl lebte man 2016 vergleichsweise sicher“. Dieses Fazit zieht die Polizei aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2016 bei Brühls Bürgermeister Dr. Ralf Göck.

Die Anzahl der Straftaten ist im Fünfjahresvergleich auf dem niedrigsten Stand angekommen. Insgesamt wurden 543 Straftaten statistisch erfasst und somit 160 (-22,8%) Straftaten weniger als im Vorjahr, so Polizeirat Elmar Hörscher, der das Polizeirevier Mannheim-Neckarau seit Oktober des Vorjahres leitet, und Polizeihauptkommissar Alfred Bauer, seit vielen Jahren Leiter des Polizeipostens Brühl, bei der Bekanntgabe der PKS 2016 für Brühl im Rathaus.

Erfreulich ist, deutlich mehr als die Hälfte der erfassten Fälle aufgeklärt werden konnten und ein starker Rückgang der Diebstahlsdelikte zu verzeichnen war. Die Polizei führt die sinkenden Zahlen auf die seit Jahren verstärkte Präventions- und Aufklärungsarbeit  zurück. Gerade die deutlichen Rückgänge in der  Diebstahlskriminalität sowie bei den Wohnungseinbrüchen zeigen, dass die Präventionstipps der Polizei und deren Präsenzmaßnahmen greifen.

Eine wichtige Kennzahl dafür, dass man in Brühl  vergleichsweise sicher lebt, so Hörscher, belege die „Häufigkeitszahl“ (HZ) von 3.895 –  damit ist die auf 100.000 Einwohner anfallende Anzahl von Straftaten gemeint. Die Gefahr in Brühl Opfer einer Straftat zu werden ist demnach um ein Vielfaches geringer als z.B. im angrenzenden Stadtgebiet Mannheim (11.584) und weitaus niedriger als im Rhein-Neckar-Kreis (4.651) oder in Baden-Württemberg insgesamt (5.599).

Bürgermeister Dr. Ralf Göck brachte seine Freude hierüber zum Ausdruck, da es seiner Ansicht nach zu der besonderen Lebensqualität Brühls gehört, sich sicher zu fühlen.

Trotz des starken Rückgangs der Diebstahlsdelikte im Jahr 2016 von 300 auf 194 Fälle, stellen sie zahlenmäßigen betrachtet noch immer den Schwerpunkt des kriminellen Geschehens dar. Bei fast 1/3 der in Brühl begangenen Straftaten handelte es sich also um Diebstahlsdelikte. Erfasst wurden darunter 32 Fahrrad- und 35 Ladendiebstähle. Auffällig ist, daß die Ladendiebstähle um 42 Fälle zurückgingen.

Besonders erfreulich aber ist vor allem der Rückgang im Bereich des Wohnungseinbruchs. „In Brühl wurde im Vorjahr ‚nur noch‘ 17-mal in eine Wohnung eingebrochen, wobei hier nicht vergessen werden darf, welche psychologische Belastung jeder einzelne Einbruch für die Bewohner eines Einbruchobjekts nach sich zieht“, sagt Hörscher. Trotz der Reduzierung von Einbrüchen wolle man sich daher auch 2017 weiterhin massiv bemühen, die Wohnungseinbrüche zu bekämpfen.

Auf das Wohlwollen des Bürgermeisters stießen ebenso die verkündeten Rückgänge im Bereich der Sachbeschädigungen (von 79 auf 64 Fälle) und die um fast 20 Prozent reduzierte „Straßenkriminalität“. Denn hierunter sind insgesamt 23 verschiedenartige Straftaten zu verstehen, deren Tatausführung überwiegend im öffentlichen Raum geschieht oder unmittelbar in die Öffentlichkeit hineinwirkt, so dass durch sie das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger empfindlich gestört werden kann.

Eine negative Entwicklung gab es indes bei den Körperverletzungsdelikten, die von 40 auf 58 Fälle angestiegen sind. Polizeihauptkommissar Bauer gibt hier aber zu bedenken, dass der statistische Anstieg bei genauerer Betrachtung auf eine Häufung ganz bestimmter Einzelfälle zurück zu führen ist. Oftmals handelte es sich bei diesen um Straftaten infolge von Streitigkeiten im familiären Bereich. Die angefallenen Körperverletzungsdelikte konnten in 2016 nahezu gänzlich aufgeklärt werden.

Ebenfalls ein Anstieg um 31 Fälle auf insgesamt 81 Straftaten war im Bereich der Betrugsdelikte zu verzeichnen. Die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des Internets hatten hier einen maßgeblichen Anteil an der  negativen Entwicklung, insbesondere im Bereich des Warenbetrugs. Aus dieser Besonderheit rührt in der Gesamtbetrachtung auch die generelle Zunahme von Vermögens- und Fälschungsdelikte um 36 Fälle auf 95 Straftaten.

Die erhöhte Kontrollintensität der Polizei, die nicht zuletzt der Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen geschuldet war, machte sich in einem leichten zahlenmäßigen Anstieg der Rauschgiftdelikte um 8 Fälle bemerkbar. „Dies ist also kein Anlass zur Beunruhigung, sondern ganz im Gegenteil der Beleg für die hohe Motivation meiner Kolleginnen und Kollegen“, erklärt Revierleiter Hörscher.

Im Jahr 2016 wurde lediglich ein Raubdelikt registriert. Mit Blick darauf, dass auch Vergewaltigungen und Tötungsdelikte 2016 völlig ausblieben, ziehen die beiden Polizeibeamten eine insgesamt positive Jahresbilanz.

Unfalllagebild

256 Verkehrsunfälle wurden im Jahr 2016 in Brühl registriert und damit 9 Unfälle weniger als im Vorjahr. Ein Unfall endete mit tödlichem Ausgang. Hier kam ein Radfahrer im Seniorenalter ums Leben. „Jeder Getötete ist einer zu viel“, so Polizeirat Hörscher. Daher bemühe sich das Polizeirevier Mannheim-Neckarau und der Polizeiposten Brühl auch darum, die Hauptunfallursachen zu bekämpfen, wozu neben der Geschwindigkeit zum Beispiel die Ablenkung über Handys oder das Fahren unter Alkoholeinfluss zählten. Trotz dieser Bemühungen wurden bei 20 weiteren Unfällen Personen verletzt. Darunter waren 5 verletzte Radfahrer, 3 verletzte Fußgänger und 8 verletzte Motorradfahrer. Darüber hinaus wurden bei Verkehrsunfällen 4 Kinder leicht verletzt. „Hierauf legen wir ein besonderes Augenmerk“, erläutert Polizeihauptkommissar Bauer. Insbesondere zum Beginn von Schuljahren würden daher Schulwegüberwachungen und im Rahmen der polizeilichen Verkehrsprävention unterjährig entsprechende Vorbeugemaßnahmen betrieben.

In der altersmäßigen Staffelung waren außerdem 19 Fahrer zwischen 18 und 24 Jahre alt, bzw. 37 Senioren (über 65 Jahre) an einem Unfall beteiligt. Bei fünf der Unfallverursacher war eine Alkoholisierung festgestellt worden.

Bei fast einem Drittel der Verkehrsunfälle (91 Fälle) entfernte sich ein Unfallbeteiligter unerlaubt von der Unfallstelle. Dies bedeute den Höchststand der letzten 5 Jahre (2015: 80 Unfallfluchten).

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