Ehrungen

Mittwoch, 5. Juli 2017

Gelungene 40-Jahr-Feier in Ormesson

Viel Vorbereitungsaufwand auf beiden Seiten und zahlreiche Beteiligte machten dieses Jubiläum zu einem besonderen. Viele meinen, die von zwei französischen Chören und der Brühler Chorgemeinschaft bravourös vorgetragene Europahymne in deutsch und französisch sei der gemeinsame Höhepunkt gewesen. Vielleicht kann die Partnerschaft mit den Chören auch neue Impulse erfahren.

Ovationen für über 100 Sängerinnen und Sänger mit ihrer Dirigentin (links mit Blumen) und Musikdirektor Hans Kämmerer (re) nach der Europa-Hymne

 

Auch Sport gehörte dazu: Die A-Jugend des Sportverein Rohrhof und die B- Jugend des US Ormesson trafen aufeinander, hier ein Gruppenfoto mit Trainern und den Bürgermeistern, nachdem sie den Anstoß gemacht hatten.

 

„Amira“, Chorgemeinschaft, Gitarrengruppe und Kerweborscht

Theater, Musik und Gesang gab es umsonst und draußen: das Jumelage-Jubiläum kam zu den Menschen des 10.000-Einwohner-Städtchens.

 

Gegenüber dem Ormessoner Schloss präsentierte die halbprofessionelle Theatertruppe "Amira" zuerst den Stolz ihrer Stadtgeschichte: den standhaften Olivier Lefèvre d’Ormesson, der sich weigerte, die Todesstrafe gegen den bei Ludwig XIV. in Ungnade gefallenen Minister Fouquet zu beantragen.

Auf dem Markt spielte "Amira" eine Episode aus dem frühen Rohrhof, als ein Mönch den Zehnten bei einer Rohrhofer Bauernfamilie eintreiben wollte.

 

An zwei Plätzen trugen die drei Brühler Gruppen, Chorgemeinschaft Brühl Baden, Gitarrengruppe um Walter Barbarino und  Kerweborscht ihr Repertoire vor, zuerst im Süden 0rmessons und dann auf dem Markt, dem am besten geeigneten Ort,  mit vielen beifallfreudigen Zuhörern.

Die Kerweborscht um ihren musikalischen Leiter Lothar Ertl und mit Jung-Kerweborscht Jochen Ungerer sangen deutsch und französisch

 

Die Gitarrenspielerinnen um Musikschulleiter Walter Barbarino (rechts)

 

Französische Achtklässler, Gerhard Stratthaus und die Ankunft der Radler

Der Nachmittag gehörte zuerst vier jungen Leuten, die sich ernsthaft mit selbst übersetzten Fragen an Baden-Württembergs früheren Finanz­minister wandten. Stratthaus ermutigte sie: Die Begeisterung für Europa sei eine Sache der Jugend. Adenauer, Schuman und der Italiener de Gasperi haben in den 1950er Jahren Europa begründet: "Jede Generation muss neu entdecken, wie sie die Einheit fördern kann".

 

Wolfram Gothe, Monique Bauer, Ursula Wippert, vier Schüler, zwei Chöre

In einer Gruppen-Vernissage erläuterte zunächst Wolfram Gothe einige seiner "Milieustudien". Ihm folgte die deutsch-französische Photographin Monique Bauer mit verstörenden Bildern aus dem Berlin des Jahres 1962. Ursula Wippert war ebenfalls eingeladen worden, Photos aus Nepal auszustellen, die mit Bildern aus dem 0rmessoner Photowettbewerb „Visages – Vies sages“ (etwa „Gesicht – weises Leben“) erläutert wurden.

Die Chance, den Ersten Weltkrieg durch einen Generalstreik zu verhindern, war  Thema eines kurzen Textes von Helmut Mehrer, den zwei französische Schüler vortrugen. Ein weiterer, diesmal deutscher folgte dem Dialog zwischen einem Reporter und Jean Monnet über die Entstehung der Montan-Union, der Wiege der EU, den Leonie Wilhelm und Katharina Tritsch vortrugen.

Nicht enden wollen Beifall erhielten die Sängerinnen und Sänger zweier Ormessoner Chöre, die mit anspruchsvollen und fremdsprachigen Liedern zeigten, dass in Frankreich eine neue Gesangskultur entsteht. Auch eine Rock-Band, teilweise mit Unterstützung von Walter Barbarinos Gitarrenspielerinnen, sorgte noch für Stimmung.

 

Die „Gala“ mit Reden von Michèle Crocheton, Ralf Göck und Marie Christine Ségui

Nach diesem für manche etwas zu langem "öffentlichen" Vorspiel, aber immerhin mit fester und flüssiger Stärkung, ging es für über 200 geladene Gäste, darunter die Mehrheit aus Brühl, in den Saal. Dort begrüßte Michèle Crocheton, Präsidentin des Partnerschaftskomitees, und erinnerte an die vielen Menschen die zur Brühl-Ormessoner Gemeinschaft beigetragen hatten. Sie zeichnete hier zusammen mit Bürgermeisterin Ségui aus Brühl Roland Schnepf und Heinz Riese aus, die von Anfang an und bei fast jeder Begegnung dabei waren. Ségui zeichnete dann die politische Annäherung der beiden Länder nach, und betonte die Bedeutung der europäischen Einigung. Ralf Göck stimmte dem zu und ergänzte, daß es für Europa auch darum gehe, gute Lebensverhältnisse in anderen Teilen der Welt zu schaffen. Auch er würdigte die Leistung vieler Aktiver. Er zeichnete drei „Paare“ aus, die im Zusammenwirken die Partnerschaft getragen haben und noch tragen: Michèle Crocheton und Helmut Mehrer, Lothar Ertl und Jean-Maurice Gardey, und seit einiger Zeit Marion Balaÿ und Jochen Ungerer. Nach der Europa Hymne wurde zum Gala-Diner übergeleitet, das alle überzeugte und die Feier erst nach Mitternacht enden ließ.

Ehrungen für Partnerschafts-Aktive: Roland Schnepf, Gerhard Stratthaus, Marie-Christine Segui, Ralf Göck,

Jochen Ungerer, Michèle Crocheton, Helmut Mehrer, Marion Balay, Heinz Riese (v.l.n.r.)

 

Wolfram Gothe überreichte diesmal nicht nur eine Torte, sondern auch ein von ihm geschaffenes Bild an die Bürgermeisterin

 

Sonntag: „Messe für die deutsch-französische Freundschaft“

Dass eine Messe zu spontanem Beifall mitreißt, zwischendrin und am Ende, erlebt man kaum. So geschah es aber am Sonntagmorgen in der Ormessoner Pfarrkirche. Nach dem „Ich bete an die Macht der Liebe“, das Sanktus und das Ave Maria  des Chors unter Chorleiter Hans Kämmerer musste man einfach klatschen. Dank hatte auch Michèle Crocheton für ihr Heft mit allen Texten und Liedern verdient. Zum Abschluss gab es Geschenke: Von Pfarrer Bertsch ein Riesenfoto der Brühler, und von Pére Boniface ein Aquarell der Ormessoner Kirche - unabgesprochen.

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