Unter anderem im Gespräch vorgestellt: Die neue Broschüre zur Bewerbung von Polizeinachwuchs von Elmar Hörscher (li.), Leiter des Polizeireviers Mannheim-Neckarau, und Alfred Bauer (re.), Leiter Polizeiposten Brühl, überreicht an Bürgermeister Dr. Göck.

Montag, 15. April 2019

17 Brände beeinflussten die Polizeiliche Kriminalstatistik 2018

Brühler Polizei stellt Kriminalitäts- und Unfallbilanz 2018 vor

Sicherlich werden sich die Brühler beim Rückblick auf das vergangene Jahr noch an die Aufsehen erregende Reihe von Bränden erinnern, welche die Hufeisengemeinde kurzzeitig in Atem hielt. Obwohl die Ermittler des Polizeipostens Brühl den Brandstiftern schnell auf die Schliche kamen, legten diese insgesamt siebzehn Brände, bevor sie festgenommen, überführt und für ihre Taten verurteilt werden konnten. Und auch eine Häufung von Sachbeschädigungen an Fahrzeugreifen war darüber hinaus zu verzeichnen, in welcher die Polizei umfangreich ermittelte gegen einen unbekannten Täter. Neben diesen Besonderheiten erfreute es aber, dass die Anzahl der Wohnungseinbrüche im letzten Jahr weiter auf niedrigem Niveau verblieb.

Im Sicherheitsgespräch mit dem Brühler Bürgermeister Dr. Ralf Göck erläuterte Polizeirat Elmar Hörscher, Leiter des Polizeireviers Mannheim-Neckarau, hierzu einleitend, dass solche ungewöhnlichen ‚Serien‘ von Straftaten einzelner Delinquenten im Jahr 2018 auch die Polizeiliche Kriminalstatistik beeinflusst haben.

Der durch diese Serien maßgeblich mitverursachte Anstieg der Straftaten in Brühl auf 594 Fälle betrug im Vorjahresvergleich knapp 23 Prozent. „Letztlich geht es uns dann aber nicht um Statistik, sondern um eine schnelle und effektive Aufklärung von gefährlichen Straftaten“, so Hörscher mit wohlwollendem Blick auf die erfolgreichen Ermittlungen seiner Kolleginnen und Kollegen vom Polizeiposten Brühl bei der Brandlegungsserie.

„Immer wieder spielen aber auch veränderte Tatgelegenheiten eine Rolle, wenn es statistisch gesehen nach oben oder nach unten geht“, ergänzt Polizeihauptkommissar Alfred Bauer, der Leiter des Polizeipostens Brühl, in Anspielung auf einen deutlichen Anstieg im Bereich der Tankbetrüge.

Der objektivierende Blick auf den Fünfjahresschnitt jedenfalls lohne sich, gerade vor dem Hintergrund des Fünfjahrestiefs im Vorjahr (484 Straftaten). Denn in Anbetracht der durchschnittlich 599 Straftaten in den letzten fünf Jahren zeige sich, dass die Kriminalität auch 2018 auf einem bedeutend niedrigen Niveau verblieb und in einzelnen Bereichen sogar deutlich zurückging.

Wohnungseinbruchsgeschehen weiter auf niedrigem Niveau

So stagnierte auch die Anzahl der Wohnungseinbrüche mit 12 Fällen auf einem erfreulich niedrigen Niveau. Hiervon blieben 4 Fälle sogar im Versuchsstadium stecken und es kam gar nicht zum Einbruch. Darin dürften sich unter anderem die intensiven Bemühungen der Polizei im repressiven aber auch im kriminalpräventiven Bereich wiederspiegeln. Trotzdem verletzt keine Straftat die Integrität der Bewohnerinnen und Bewohner so sehr wie der Einbruch ins eigene Refugium, weshalb die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche in Brühl im ersten Quartal des laufenden Jahres als Schwerpunktthema bereits fortgesetzt wurde. „Sicherlich hat zu dem Wandel im Einbruchgeschehen über die letzten Jahre auch die Eigeninitiative der Menschen in Brühl beigetragen, welche das Eigenheim zwischenzeitlich immer besser mit technischen Möglichkeiten gegen Einbrüche sichern“, lobt Bürgermeister Dr. Göck. Hierzu bietet die Polizei kostenlose Beratungen und sogar Termine vor Ort an über das Referat Prävention des Polizeipräsidiums Mannheim, Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Mannheim, welche unter 0621/174-1212 erreichbar ist. Weitere Informationen unter www.polizei-beratung.de

Weniger Diebstähle im Ort

Im Bereich der Diebstahlsdelikte insgesamt, welche traditionell den zahlenmäßigen Schwerpunkt des kriminellen Geschehens darstellen,  war sogar ein deutlicher Rückgang an Straftaten zu verzeichnen. Mit 199 Fällen reduzierte sich die Diebstahlkriminalität um rund 12 %. Dies war auch auf die  gesunkene Anzahl von Trick- und Taschendiebstählen zurück zu führen, welche als besonders sozialschädliches Delikt und mit hohen Schadenssummen bzw. erheblichem Wiederbeschaffungsaufwand eingedämmt werden müssen. Daneben ging 2018 die Anzahl der Ladendiebstähle zurück und es wurden weniger geparkte Kraftfahrzeuge aufgebrochen als 2017.

Rückgang im Rauschgiftbereich und Anstieg beim Betrug

Dass selbst die Rauschgiftdelikte in Brühl von 34 auf 22 zurückgegangen sind, möchten die beiden Schutzmänner dennoch nicht etwa als Problemlösung darstellen. Oftmals verbirgt sich dahinter nur eine räumliche Verdrängung. Dennoch scheint der öffentliche Raum in Brühl tatsächlich recht ungefährlich zu sein. Denn mit lediglich 17 Straftaten aus dem Bereich der Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum, die sich über ein ganzes Jahr verteilt ereigneten, spielte Gewalt in Brühl weiterhin kaum eine Rolle.

Ein besonders deutlicher Anstieg der Fallzahlen war hingegen im Bereich der Betrugsdelikte zu verzeichnen. Mit 73 erfassten Fällen (Vorjahr: 43 Fälle) stellte die Betrugskriminalität durchaus einen anzahlmäßigen Schwerpunkt der PKS 2018 dar.  Dies war bei genauerer Betrachtung maßgeblich zurück zu führen auf eine Vielzahl von speziellen Betrugsstraftaten an ganz bestimmten Örtlichkeiten. In 21 Fällen wurde beispielsweise in Brühl getankt, ohne im Anschluss für den Treibstoff zu bezahlen, was als sogenannter „Tankbetrug“ verbucht wird. Hier liege oft beim Tankstellenbetreiber selbst viel Verantwortung für Prävention durch Personal oder Technik.

Serie von Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen

Der überproportionale Anstieg von Sachbeschädigungsdelikten von 56 auf 115 Taten war insbesondere zwei einzelnen Straftatenserien geschuldet. In insgesamt 42 Fällen hatten unbekannte Täter Kraftfahrzeuge beschädigt, indem sie daran Reifen zerstachen. Dies führte im Bereich der Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen zu einer Summe von 82 Straftaten dieser Art (Vorjahr: 34). Den Spuren der Tat folgt die Polizei konsequent. Und da 2018 immerhin fast genau die Hälfte aller Straftaten aufgeklärt werden konnte, besteht auch hier weiterhin Hoffnung auf Aufklärung.

Eigenschaften von Tatverdächtigen

2018 wurden insgesamt 237 Tatverdächtige ermittelt, wobei hierunter ein und derselbe Täter auch mehrfach gezählt wird, wenn er verschiedene Straftaten begangen hat. Etwa zwei Drittel der Tatverdächtigen waren männlich und etwa ein Viertel hatte keine deutsche Staatsbürgerschaft. Immerhin 41 Tatverdächtige waren unter 21 Jahren, darunter 22 Jugendliche und 11 Kinder. Nicht zuletzt mit Blick darauf wurde Ende 2018 ein engagierter Beamter vom Polizeiposten Brühl im Rahmen von Fortbildungen auf die Jugendsachbearbeitung spezialisiert. Bislang wurde diese Aufgabe andernorts wahrgenommen. „Künftig wird sich in Brühl Polizeikommissar Gerd Amman mit Fragen rund um die Kinder- und Jugenddelinquenz befassen und vor Ort als Ansprechpartner hierfür zur Verfügung stehen können“, verkündet Hörscher zufrieden.

Geringe Wahrscheinlichkeit Opfer zu werden

Um zu guter Letzt die Kriminalitätslage zuverlässig bewerten zu können, sollte man sein Augenmerk immer auf die sogenannte „Häufigkeitszahl“ legen, raten die Experten von der Polizei. In dieser kommt die statistische Gefahr zum Ausdruck, in einem bestimmten Gebiet Opfer einer Straftat zu werden. Hierzu wird das kriminelle Geschehen auf 100.000 Einwohner hochgerechnet. 2018 belief sich diese Häufigkeitszahl für Brühl auf 4.164 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Damit ist die Gefahr, in Brühl Opfer einer Straftat zu werden, auch weiterhin um ein Vielfaches geringer als im Stadtgebiet Mannheim (10.818) oder im Rhein-Neckar-Kreis (4.392).

In Anbetracht dieser Bilanz brachte Bürgermeister Dr. Göck seine Freude darüber zum Ausdruck, dass der hohe Lebenskomfort in der Gemeinde Brühl auch 2018 keine strukturellen Einbußen durch Kriminalität erfuhr. „Das zeigt wie erwartet auch, dass unsere Gemeinschaft hier gut funktioniert, weil unsere Bürgerinnen und Bürger in der Regel vernünftig miteinander umgehen“, schließt der Rathauschef.

Unfalllagebild

286 Verkehrsunfälle wurden im Jahr 2018 in Brühl registriert und damit insgesamt 21 mehr als im Vorjahr. Allerdings kam bei diesen Unfällen, genauso wie schon im Vorjahr, kein Mensch ums Leben. Bei 136 Unfällen war nicht einmal ein bedeutender Sachschaden zu verzeichnen. 27 Verkehrsteilnehmer wurden allerdings leicht und vier schwer verletzt.  Ein Schulwegunfall mit verletzten Schülern blieb ebenfalls aus wie im Vorjahr. Vielleicht haben hierzu auch die 2018 fortgesetzten Kontrollaktionen des Polizeipostens Brühl entlang der Schulwege beigetragen.

Mit 110 angezeigten Verkehrsunfallfluchten verzeichnete diese Verkehrsstraftat erneut einen Zuwachs um 28 Fälle. Hier ist die Polizei generell auf die Beobachtungen von Zeugen angewiesen und bittet angesichts der teils hohen Sachschäden darum, solche der Polizei als Ermittlungsansatz immer mitzuteilen.

Erfasste Straftaten

2017

2018

Gesamt

484

594

Diebstahlsdelikte (insg.)

226

199

- Ladendiebstahl

59

42

- Fahrraddiebstahl

27

29

- aus KFZ

19

15

- Wohnungseinbruch

10

12

Körperverletzungen

40

44

Sachbeschädigungen

56

115

Rauschgiftdelikte

34

22

Betrug

43

73

Aggressionsdelikte

17

17

 

 

 

 

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