Beim Neubürgerempfang

Mittwoch, 27. November 2019

200 Gäste beim Neubürgerempfang und Ehrungsabend 2019: 40 Jahre Kinderferienprogramm besonders gewürdigt

„Ich beglückwünsche Sie zu Ihrer Wahl“, grüßte Brühls Bürgermeister etwa 60 Neubürger, die im Laufe des Jahres 2019 nach Brühl zugezogen waren und dafür sorgten, dass die Gemeinde Ende Oktober erstmals die 14.500-Marke erreichte

. Ralf Göck stellte ihnen ihre neue Heimatgemeinde in Wort und Bilder vor und würdigte anschließend etwa 50 Aktive beim Kinderferienprogramm, welches in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag feiern durfte.

 

Seit 1985 betreut Thomas Weis (Mitte) das Kinderferienprogramm, das 1979 von Hans Faulhaber begründet worden war (re)

 

 

Auch Mitglieder von Vereinen, bürgerlichen Initiativen und öffentlichen Einrichtungen aus Brühl und Rohrhof waren da und präsentierten ihre Angebote an Stellwänden und standen für Fragen zur Verfügung

In seiner Begrüßung hieß Göck den Landtagsabgeordneten Daniel Born und Brühls Ehrenbürger Gerd Stauffer, aber auch die Rektorinnen Schmidt-Schulte und Groß sowie Carmen Wachter von der Volkshochschule ebenso willkommen wie zahlreiche Gemeinderätinnen und Gemeinderäte und Vereinsvorstände.

 

An die Neubürgerinnen und Neubürger gewandt, fragte Göck, ob sie vielleicht die Lebensqualität in Brühl überzeugt habe, und er wies auf die Naherholungsgebiete in den Rheinauen links und rechts am Rhein, auf die vielfältigen Sportmöglichkeiten und das Kulturprogramm in der Villa Meixner oder in der Festhalle hin.

„Vertreter der Gemeinderatsfraktionen, meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ich wollen heute die Gelegenheit gerne nutzen, Ihnen unsere Gemeinde näherzubringen“, führte Göck weiter aus. „Wir wollen Sie auf Möglichkeiten hinweisen, die Sie hier vorfinden und die Sie vielleicht noch nicht kennen. Wir wollen auch deutlich machen, dass „wir aus dem Rathaus“ uns nicht in erster Linie als eine Verwaltungsbehörde verstehen, die zur Durchsetzung von Recht und Ordnung da ist. Wir sehen uns als „Dienstleistungsunternehmen“, das die wichtige Aufgabe hat, für das Wohlergehen aller Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der Möglichkeiten zu sorgen.“

 

Aber für jeden Einzelnen stelle sich auch die Frage nach dem Verhältnis zwischen Rechten und Pflichten: „Viele Menschen sind sehr hellhörig, wenn es um ihre Rechte geht. Ihre Pflichten – und das ist gezwungenermaßen die „Kehrseite der Medaille“ – interessieren sie manchmal dagegen sehr viel weniger. Doch ohne dieses Zusammenspiel ist ein konfliktfreies Zusammenleben nur schwer vorstellbar“, wies er beispielhaft auf die Parkplatzfrage hin: „Wem gehört der Parkplatz auf dem öffentlichen Gehweg vor meinem Haus?“ Richtig: niemandem privat, das Recht dort zu parken hat jedermann und doch muss man das nicht ausnutzen und sich immer dort hinstellen. Pflicht ist nämlich auch, für das eigene Auto auf dem eigenen Grundstück einen Parkplatz vorzuhalten.

„Wir haben eine starke Nachbarschaftshilfe, eine AG 60 plus für die Schüler-Nachhilfe und das Netzwerk für ältere und kranke Menschen, das Gesundheitsforum und Vereine wie den VdK“, so Göck zu den sozialen Angeboten, die auch „unsere Volkshochschule im Bezirk Schwetzingen“ mache.

Aber neben Angeboten brauche Brühl Menschen, „die hier nicht nur wohnen, sondern auch mitgestalten wollen, sich mitverantwortlich fühlen und sich für das kommunale Miteinander einsetzen. Das ist für mich Lebensgestaltung im wohlverstandenen Sinn des Wortes. Daran nach Kräften mitzuwirken, möchte ich Sie, die „neuen“ und „jungen“ Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde, heute von Herzen einladen“.

Göck wünschte den Neubürgerinnen und Neubürgern hier schnell ganz heimisch zu werden, dann ein gutes Händchen beim Aussuchen ihrer Aktivitäten und: „Ich wünsche mir, dass ich Sie bald wiedersehe und Sie mir positives über Ihre ersten Erfahrungen in Brühl erzählen können“

 

40 Jahre Kindeferienprogramm

Im zweiten Teil ging es um die Geschichte dieser beliebten Ferienaktion: „Es war vor den Schulferien 1979, als sich im Flur des Brühler Rathaus plötzlich eine lange Schlange wartender Eltern bildete“, so Göck.

„Der Grund war, es gab etwas Neues für ihre Kinder, das örtliche Ferienprogramm. Der Brühler Gemeinderat hatte in seiner Sitzung am 7. Mai 1979 beschlossen, die anfallenden Kosten für die Durchführung dieser Ferienerholung zu übernehmen und damit den Startschuss für eine erfolgreiche Veranstaltungsreihe in den sechswöchigen Sommerferien gegeben. Die beiden „Gründer“ waren Hans Faulhaber und der damalige Bürgermeister Stratthaus“, dankte Bürgermeister Göck.

 

„In diesem Jahr haben wir den 40. Geburtstag gefeiert. Deswegen wollen wir heute diejenigen der Öffentlichkeit zeigen, die das Programm mit Leben erfüllen: Vereine, Gruppen und Einzelpersonen aus Brühl waren in diesen 40 Jahren fast regelmäßig beteiligt und heute sind einige davon hier“, so Göck, der die Geschichte des Ferienfreizeitprogramms erläuterte. Im Jahr der Gründung informierte ein Programmblatt über die lokalen Angebote und die Teilnehmerplätze wurden in der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben; eine Teilnahmebeschränkung gab es zur damaligen Zeit noch nicht. Schon damals war der Ansturm auf die Freizeitangebote groß. Die Anzahl der Veranstaltungen nahm zu und 1985 wurde erstmals ein neu gestaltetes Programmheft in DIN A 5-Format, mit zahlreichen selbst gemalten Bildern und Texten in Handschrift herausgegeben. Die Angebotspalette umfasste damals 26 Aktionen. Die Kinder trugen ihre Wünsche in das beigefügte Anmeldeblatt ein und gaben dieses im Rathaus ab. Anhand der dort geführten Teilnehmerlisten wurde die Vergabe der einzelnen Aktionen vorgenommen. Wer zuerst seinen Wunschzettel in der Sozialabteilung vorlegte, hatte Glück und konnte an allen ausgesuchten Einzelaktionen teilnehmen. Dieses Verfahren galt schnell als ungerecht. Lange Wartezeiten mussten bei diesem Anmeldeverfahren in Kauf genommen werden und nicht selten wurden heftige sowie lautstarke Positionskämpfe unter den Anstehenden ausgetragen.

 

Um das zu vermeiden, wird das Programmheft seit 1987 allen Brühler Haushalten mit dem Amtsblatt zugestellt. Kinder und Eltern konnten innerhalb von wenigen Tagen gemeinsam eine Auswahl treffen und die Wünsche in das Anmeldeblatt übertragen. Die Reihenfolge der eingegangenen Anmeldeblätter wurde durch Ziehung von Kindergartenkindern ermittelt. Der Ansturm auf das Rathaus blieb aus und nach einer Woche erhielt man an der Pforte seinen gültigen Ferienpass mit den möglichen Aktionen. Leider gab es auch hier unzufriedene Gesichter und oftmals Enttäuschungen über die wenigen Möglichkeiten.

 

Mit dem Jahrtausendwechsel stand der Verwaltung dann erstmals ein Computerprogramm zur Verfügung, welches bis heute mehr Gerechtigkeit bei der Vergabe ermöglicht, und außerdem Überbuchungen von zeitlich überlappenden Veranstaltungen verhindert. 2004 feierte das Brühler Ferienprogramm seinen 25. Geburtstag. Im diesem Jahr wurde der bisherige Rekord von 67 Einzelangeboten übertroffen. 72 Mal Spaß, Spiel, Spannung und Abenteuer wurden zum Jubiläum für viele Brühler Kinder zum Ferienerlebnis.

Die Ferienangebote der Brühler Vereine sowie die Initiativen von Privatpersonen und Firmen tragen seit nunmehr 40 Jahren neben der Vermittlung von Lerninhalten außerdem zu einer verbesserten Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Eltern der Kinder bei. Vereine geben Einblicke in eine bunte Welt von sinnvollen Freizeitangeboten. Sie haben eine wichtige Funktion für die Gesellschaft und sind ein fester Bestandteil des Kulturwesens.

In jüngster Zeit klagt fast jeder Verein über Nachwuchsprobleme und viele fragen sich, wie man neue Mitglieder für die ehrenamtliche Tätigkeit begeistern kann. Das Ferienprogramm bietet hierzu Gelegenheit und sicherlich sind einige der Ferienkinder, die sich in den zurückliegenden Jahren an den bunten Aktionen beteiligten, heute in unterschiedlichen Vereinspositionen zu finden.

40 Jahre Brühler Ferienprogramm, das bedeutet 40 Jahre ehrenamtliches Engagement von Vereinsmitgliedern, Privatpersonen, Firmen sowie Institutionen. Unser Dank gilt allen Mitwirkenden für ihren unentgeltlichen Einsatz zur Förderung des Gemeinwohls. Wir hoffen, dass auch in Zukunft unsere jüngsten Gemeindemitglieder weiterhin sinnvolle Freizeitaktivitäten beim Ferienspaß aufgezeigt bekommen und diese örtliche Ferienerholung weiter fortbesteht.

 

Alle haben in den letzten Jahren regelmäßig am Kinderferienprogramm der Gemeinde mitgewirkt

 

 

Mit einer Verlosung und Dankesworten ging der einstündige offizielle Teil zu Ende und das persönliche Gespräch nahm breiten Raum ein.

 

Jeweils drei Gewinner aus dem Kreis der Neubürger und ehrenamtlich Aktiven mit Sandra Kosel (rechts), Glücksfee Olga Schlecht (2. li.) und Bürgermeister Dr. Göck (li.), der für ihre Beiträge gedankt hatte.

 

 

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