Ralf Göck, Wolfram Gothe und Gottfried Ecke mit der Torte

Donnerstag, 14. Juni 2018

25 Jahre Städtepartnerschaft Brühl – Weixdorf

Eine Partnerschaft, die zu neuem Leben erwacht

Junge Fußballer und routinierte Sänger ergänzten diesmal die Brühler Gemeinderats-Delegation auf ihrem Weg ins sächsische Weixdorf. Zum 25. Geburtstag der Partnerschaft mit dem früher selbständigen Ortsteil der Landeshauptstadt Dresden fuhren neben Bürgermeister Dr. Ralf Göck auch Alt-Bürgermeister Günther Reffert, Uralt-Bürgermeister und Finanzminister a.D. Gerhard Stratthaus, eine große Abordnung der Chorgemeinschaft Brühl/Baden e.V., die Kerweborscht sowie die D-Jugend des SV Rohrhof mit Trainern und Vätern, also insgesamt 100 Personen mit, um das Jubiläum gebührend zu feiern.

 

Gruppenfoto der „erwachsenen“ Weixdorf-Reisenden mit ihren Gastgebern auf den Brühlschen Terrassen

 

Gute Stimmung zauberte die Chorgemeinschaft unter der musikalischen Leitung von Lothar Ertl schon auf den Raststätten, so dass der von den Gastgebern gut organisierte Festakt in der Schul-Aula der Mittelschule locker und fröhlich begann. Begrüßt wurde die Gruppe von Ortsvorsteher Gottfried Ecke, Ortschaftsrat und Organisator Andreas Placzek, dem 2. Vorstand der Weixdorfer Sänger, Andreas Fleischer und dem Fotoclub Reflex.

Nach dem Auftakt durch den Musikverein „Paukenschlag“ blickte Gottfried Ecke auf das Vierteljahrhundert zurück. Er ging auf die Verwaltungshilfe in der Anfangszeit der Partnerschaft ein und erwähnte den früheren Brühler Kämmerer Paul Wüst, der nach seiner Pensionierung viele Wochen im Weixdorfer Rathaus verbracht habe und dankte Bürgermeister i.R. Günther Reffert für die beherzte Aufnahme der Partnerschaft ab 1990, was letztendlich in die Unterschrift im Frühjahr 1993 mündete. Genauso dankbar war er Gemeinderätinnen und -räten sowie Dr. Ralf Göck, die die Austausche auch nach Abschluss der Verwaltungshilfe pflegten und 2002 mit der „Aktion Fluthilfe“ eine weitere, wertvolle Unterstützung geleistet hätten. Gerne erinnere er sich auch an seine Zeit als „Owwerkerweboscht“ im Jahre 2011. Sein Dank galt allen Aktiven, insbesondere auch Lothar Ertl und Jochen Ungerer, und stellvertretend für alle überreichte er einen Fotoband „25 Jahre Partnerschaft“, den Christian Scholz vom FC „Reflex“ zusammengestellt hatte, an Bürgermeister Dr. Ralf Göck.

 

In seiner Ansprache stellte Brühls Bürgermeister Dr. Ralf Göck die Partnerschaft in Zusammenhang mit der Deutschen Einheit: „Wir haben sie ein kleines Stück weit umgesetzt“, war er auch auf frühere Kontakte zwischen beiden Gemeinden in den 50er und in den 80er Jahren eingegangen, die von den politisch Herrschenden jeweils verhindert worden seien. In den 1990er Jahren habe es dann geklappt, weil auch die Deutsche Einheit geklappt habe, und umgekehrt halfen Brühl und Weixdorf mit, die Einheit „zu leben“. Sein Dank galt dem Amtskollegen Gottfried Ecke, den aktiven Ortschaftsräten aus Weixdorf und den „Freunden vom Fotoclub Reflex“, die die Brühler in Weixdorf immer gut betreut und so manche Foto-Ausstellung nach Brühl gebracht hätten.

 

Ralf Göck übergab eine Andenkentafel mit dem Jubiläums-Logo an Ortsvorsteher Gottfried Ecke und ehrte mit persönlichen Worten auch jene Personen, welche für die Partnerschaft federführend sind und waren: Verwaltungsleiter Lutz Biastoch, Ortschaftsrat Andreas Placzek, Altbürgermeister Günther Reffert, Bürgermeister Ralf Göck, Ortsvorsteher Gottfried Ecke, Jochen Ungerer, Birgit Petrasek und Christian Scholz vom Fotoclub Reflex und Lothar Ertl. Sie erhielten alle kleine Erinnerungs-Tafeln. Jochen Ungerer, zuständig in Brühl für die Städtepartnerschaft, ergriff das Wort und übergab Dr. Ralf Göck ebenfalls eine Tafel für die Gemeinde sowie die kleine Tafel für ihn selbst.

 

In einem eindrucksvollen Grußwort dankte schließlich auch der Erste Bürgermeister der Stadt Dresden, Detlef Sittel, den beiden Gemeinden für die Gestaltung der „Deutschen Einheit“. Sich über so eine lange Zeit regelmäßig zu treffen, sei eine Leistung an sich. Er wies auf die Bewerbung Dresden als „Europäische Kulturhauptstadt“ hin und bat um Unterstützung.

Mit Auftritten der Chorgemeinschaft und des MGV Lausa/Weixdorf wurde die Feierstunde umrahmt, bevor das reichhaltige Buffet eröffnet und die Festtorte aus Brühl, welche von Wolfram Gothe hergestellt wurde, überreicht wurde.

 

Nach dem Essen unterhielten die temperamentvolle Kathy Leen mit ihrem Partner Holger Miersch und ihrem satirischen Liederprogramm „Odole mio“ über sächsische Erfindungen, eben etwa das „Odol“, die Besucher aufs Feinste.

Fortgesetzt wurde der Abend mit Auftritten der Chorgemeinschaft und der Kerweborscht, die ein selbstgedichtetes „Sachsen-Lied“ über die Partnerschaft von Wolfram Gothe zum Besten gaben. Aber auch das Badener Lied durfte nicht fehlen.

Zeitgleich wurden die jungen Fußballer des SV Rohrhof von den befreundeten Fußballern aus Weixdorf auf dem Gelände der SG Weixdorf empfangen. Die Kinder bezogen ihre Unterkunft im Vereinshaus und der Abend wurde mit einem gemeinsamen Abendessen und „kicken bis in den späten Abend“ beendet.

 

Junge Rohrhofer und Weixdorfer Fußballer mit ihren Trainern

 

Der Samstag stand bei den Brühler und Rohrhofern ganz im Zeichen der Kultur. Zusammen mit Weixdorfern begab man sich auf eine zweistündige Stadtrundfahrt durch Dresden und einer anschließenden Canalettofahrt mit einem Raddampfer auf die Elbe, während sich die Sportler auf einem Fußballgolfplatz in der Nähe von Weixdorf im fußballputten versuchten.

 

Auch auf dem Rad-Dampfer wurde gesungen

Bei dem „kommunalpolitischen Spaziergang“ am Nachmittag erfuhren die Räte, dass man ein Bad auch ohne Badeaufsicht organisieren und wie ein kleiner Ortsteil wie Lausa mit der ganz besonderen Pastor-Roller-Kirche sozusagen überleben kann. Den Samstag verbrachten die meisten in der Landeshauptstadt – sei es im Bereich des vielfältigen Restaurantangebots der Dresdner Neustadt oder sei es in der phantastischen Semper-Oper, wo zwölf Personen, darunter Bürgermeister Dr. Ralf Göck und Ortsvorsteher Gottfried Ecke, das 11. Sinfoniekonzert der Staatskapelle Dresden mit Werken von Arvo Pärt, Mieczyslaw Weinberg und Jean Sibelius mit dem bekannten Violinisten Gidon Kremer hören durften.

Das Fazit auf der Rückfahrt nach Brühl war positiv: ein gelungenes Partnerschafts­wochenende bei guten Freunden, mit dem die Partnerschaft zu neuem Leben erwacht ist.

 

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