Donnerstag, 28. Dezember 2017

Das Jahr 2017 aus Sicht der Gemeinde Brühl

Jahresrückblick von Bürgermeister Dr. Ralf Göck im Dezember 2017

 

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

ein Jahr des Wandels liegt hinter uns - für Brühl und Rohrhof aber zum besseren. Viele haben daran mitgewirkt. Herzlichen Dank dafür! Die erneuerte Brühler Homepage www.bruehl-baden.de, der neu eingeführte „Rohrhöfer Nacht­umzug“ für Häs- und Maskenträger, der neue gemischte Chor „Chorness“ und eine Kantorei statt des Kirchen­chores zeigen den Wandel in 2017 ebenso wie ein in aller Harmonie neu gewähltes Feuerwehr­kommando. Das gute Mit­einander durfte ich bei unseren vielfach weiter­entwickelten Traditions­veranstaltungen erleben, bei der gut vorbereiteten Straßenkerwe und dem Sommerfest mit Kinder­zirkus ebenso wie bei den Partnerschafts-Jubiläen und den festlichen Konzerten. Gut besuchte Gesundheitsforen, die vorweihnachtliche Feier für Ältere und zuletzt der wunderbare Weih­nachtsmarkt rund um die Villa Meixner sind weitere Beispiele für die bei uns gelebte, gute Gemein­schaft!

 

„Junges“ und „Betreutes Wohnen“ in Brühl und Rohrhof

… wurde 2017 und wird in den nächsten Monaten weiter umgesetzt. Eingeweiht wurden im Oktober die 13 Wohnungen für Familien und die 38 Betreuten Wohnungen im Brühler Ortskern. Im Frühjahr waren nach und nach etwa 100 Menschen gegenüber der Schutzengelkirche eingezogen.

 

Einweihung „Junges und Betreutes Wohnen“

 

Viele Familien sind bereits in dem Neubaugebiet „Bäumelweg“ eingezogen, auch in dem Wohn- und Gewerbepark „Schütte-Lanz“ sind mindestens 50 Häuser fertiggestellt, weitere Häuser und Woh­nungen werden in beiden Neubaugebieten noch gebaut und 2018/2019 bezogen. Brühl wächst wieder, inzwischen sind wir 14.400 Brühler und Rohrhofer, und das ist eine erfreuliche Entwicklung. Dazu haben auch fast 100 Flüchtlinge beigetragen, die bei uns wohnen, rund um das Rathaus, in Brühl-Mitte und in Rohrhof, also dezentral. Sie werden gut integriert, viele treffen sich in dem ehrenamtlich geführten Café Kontakt.

Klima- und Lärmschutz konzipiert

Nach dem Gemeinde­entwicklungskon­zept im letzten Jahr haben wir uns mit einem „Klima­schutzkonzept“ grundsätzlich Gedanken gemacht, wie sich Brühl weiter ent­wickeln soll. Auch hier zeigte sich in der verhalte­nen Beteiligung der Bürger, daß sie wenige Probleme sehen, aber auch, daß Verwaltung und Gemeinderat weiterhin Orientierung geben sollten. Die begonnene Lärmkartierung hatte mehr Resonanz, nur sind die Mittel gegen den Lärm begrenzt. Im Frühjahr wird der Maßnahmenkatalog offengelegt. Schließlich beobachten wir den Übertragungsnetzbetreiber, ob er unserem Ansinnen, die zu ertüchtigende Stromleitung nach Osten hinter die Autobahn zu verlegen nachkommt.

 

Für saubere Energie und Umwelt …

… wollen wir auf der Grundlage des Klimaschutz­konzepts und mit Hilfe unserer Partner, etwa der MVV, die umwelt­schonende Wärmeerzeugung fördern. Unser Umweltförderprogramm sieht hier auch Zuschüsse vor. Es wird vor dem Hintergrund des Klimaschutz­konzepts überarbeitet.

 

Familien- und bildungsfreundliches Brühl

Ein weiterer Anbau brachte längere Betreuungs­zeiten in St. Lioba, und ein Neubau neben dem Kindergarten Heiligenhag soll 2018 dies und zwei zusätzliche Kleinkindgruppen bringen. Zwar gibt es noch freie Plätze in der Kindertagespflege und für die Größeren in dem Feld- und Waldkindergarten. Aber wir schaffen auch 20 zusätzliche Plätze beim „Haus der Kinder“ und zwei Jahre später in einem ganz neuen Kindergarten im Bereich der Schiller­schule. Der Gemeinderat legt großen Wert darauf, daß die Gebühren erträglich gestaltet wer­den. Es gibt seit September ein neues, soziales Gebühren­modell ohne Nachteile für „Einzelkinder“ und mit vielen Vorteilen für Mehr­kindfamilien. Das dadurch entstehende hohe Defizit trägt im wesentlichen die Gemeinde.

 

Unsere drei Grundschul-Standorte und die beiden „Horte“ sind bei den Eltern sehr be­liebt. Der Chor der Jahn-Schule glänzt immer wieder. Auch beim Sponsorenlauf mit einem Rekordergebnis für Dourtenga zeigt sich die gute Schulgemeinschaft. Auch wenn sein Platz begrenzt ist, bietet der „Hort an der Jahn­schule“ vieles. Der „Sonnenschein-Hort“ an der Schillerschule erfindet sich immer wieder neu: Inzwischen hat dort sogar die Tierpädagogik Einzug gehalten ebenso wie die Reflexintegration, die die Kinder um die Mittagszeit zur Ruhe kommen läßt. Aufgrund dieser außergewöhnlich guten Nach­mittagsbetreuung zu günstigen, sozial gestaffelten Gebührensätzen kann auf die Einführung einer Ganztagsschule verzichtet werden. Allen am Schul­leben Beteiligten gebührt ein herzliches Danke­schön für ihre erfolgreiche Arbeit.

Und wenn die Kinder größer werden, können sie in der Marion-Dönhoff-Realschule einen mittleren oder aber den Grundstock für einen höheren Bildungs­abschluß legen. Im Jahr ihres 50. Jubiläums sind auch dort die Schülerzahlen wieder gestiegen. Die neue Sporthalle bei den Wiesenplätzen nutzt die Schule ebenso und im nächsten Jahr beginnen die Arbeiten an dem neuen Kunstrasen-Sportplatz im Norden der BZ-Halle als weiterer Teil des „Sportpark Süd“.

 

Bürgermeister Dr. Ralf Göck und Bäderleiter Patrick Berndt geben im Beisein von Gemeinderäten und Gästen die neuen Duschräume frei.

 

Und schwimmen lernen können Kinder auch künftig im Brühler Hallenbad, dessen umfangreiche Sanie­rung begann. Im Sommer 2017 wurden die sanitären Anlagen komplett erneuert. Die Freibadsai­son war wieder „durchwachsen“. Das engagierte Bäder- und das Kiosk-Team sorgten aber für über 70.000 zufriedene Badegäste.

 

Rücklagen nehmen nicht ab!

Eine gute Nachricht kommt von dem Rücklagen-Konto der Gemeinde. Zwar mußte 2015 und 2016 ein Teil davon ausgegeben werden. 2017 lief aber sehr gut, so daß sie wieder aufgefüllt werden. Allerdings steigen trotz zahlreicher Förderungen durch das Land Baden-Württemberg vom Sanie­rungsgebiet über die Gemeindesport­halle bis zu dem Sportpark Süd, die uns bei den Investitionen helfen, unsere laufenden Ausgaben. Hier sticht insbesondere die personal­intensive Kinder­betreuung hervor, die einen immer breiteren Raum in den jährlichen Ausgaben einnimmt, während sehr familienfreundliche Gebühren und ein im Gegen­satz zu den Nachbargemeinden außerordentlich niedriger Grundsteuerhebesatz die eigenen Einnahmen fast stagnieren lassen. Gut, daß die Wirtschaft läuft und uns aus dem Gewerbe und von Bund und Land deutlich mehr Steueran­teile als in den Vorjahren zufließen.

 

Senioren werden bewegt

Unsere Betreuungs­aktivitäten und die Koordi­nierung des „Netzwerks für ältere und kranke Menschen“ haben wir intensiviert. Herzlichen Dank an alle, die mitgewirkt haben. Bei dem stimmungs­vollen Ausflug nach Otterstadt oder beim Herbstfest in der Fest­halle und bei dem geselligen Fischessen beim Rohrhofer Fischerfest wird Jahr für Jahr deut­lich, dass sich die ältere Generation zahlenmäßig vergrößert. Wir greifen diese Situation auf, indem wir mehr barriere­freie Wohnungen bauen. Der fast neue Mehrgenerationen-Spielplatz verhilft nicht nur Kindern sondern auch Senioren zu der so wichtigen Bewegung.

 

Dies wurde auch beim 18. Gesundheitsforum wieder betont, und ist unter www.bruehler-gesundheitsforum.de nachzulesen.

 

Die Macher bei der „Lidl“-Eröffnung.

 

Handel im Wandel

Aber auch die wohnungsnahe Lebens­mittel­versor­gung ist wichtig. Deswegen ist es gut, daß der Lidl-Markt im Brühler Ortskern ganz neu und größer als zuvor gebaut wurde. Unsere Bäckereien und Metzgereien im Ortskern wie auch die übrigen Fachgeschäfte sind mit dem verstärkten Zuspruch während der Bauphase zurechtgekommen. 2017 hat das ein oder andere Fach­geschäft in Brühl und Rohrhof geschlossen, es stecken dahinter viel­fach persönliche Gründe, aber es ist auch wichtig, die verbliebenen Fachge­schäfte und diejenigen, die neu hinzugekommen sind, zu nutzen, wenn sie bleiben sollen. Der Kauf im Internet darf nicht zum Maß der Dinge werden!

 

Partnerschaften vertieft

Das 40. Jahr des Bestehens der Partnerschaft mit Ormesson-sur-Marne war ein Riesenerfolg. Es begann mit dem neuen Schülerwettbewerb im Winter und einer Ausstellung in der Sparkasse. Es ging weiter mit einem erfolg­reichen Schüleraus­tausch im Frühjahr und fand seinen Höhepunkt bei dem Jubi­läums-Wochenende im Sommer, dem großen Highlight dieser Partnerschaft. Im Herbst schließlich folgte ein fast familiäres Arbeits-Treffen in Brühl und zuletzt die Brühler Beteiligung am Ormessoner Weihnachtsmarkt. 26 Jahre nach der Deutschen Einheit besuchte endlich wieder eine größere Delegation aus Weixdorf die Gemeinde Brühl, zum 25. Geburtstag der Partnerschaft 2018 fahren vier Brühler Busse nach Weixdorf …

 

Bürgermeister Dr. Göck, sein Amtskollege aus Dourtenga, Armand Abgas, Jumelage-Präsident Felix Segda, Botschaftsrat Savadogo, Förderkreis-Vorsitzende Renate Dvorak beim Partnerschafts-Jubiläum auf der Bühne in der Villa Meixner.

 

Schon in diesem Jahr feierten wir ganz intensiv 20. Geburtstag mit unserer westafrikanischen Partner­gemeinde Dourtenga in Burkina Faso. Im Winter besuchten wir unsere Freunde dort, lernten den neuen Kollegen kennen und besuchten Schulen, trafen viele Patenkinder, weihten den von der Gemeinde gestifteten Brunnen ein und feierten ein großes Fest. Im Herbst gestalteten wir gemeinsam mit dem jetzt 25 Jahre alten „Förderkreis Dourtenga“ ein gut besuchtes Festwochenende in Brühl, zu dem wir zwei Gäste aus Dourtenga einluden. Ihnen zeigten wir nicht nur alle wesent­lichen Einrichtungen Brühls, sondern auch die Region, sprachen beim Landrat vor, sahen ein Bundesliga-Fußballspiel und waren zu einem Rundflug über die Kurpfalz eingeladen. Aber wir begründeten auch ganz neue eine Klimapartner­schaft. Die Masken- und Foto-Ausstellung in der Villa Meixner ergänzte das vielfältige Programm, für das uns das Land Baden-Württemberg auszeichnete.

 

Kollerinsel erhält moderne Camping-Anlage

Eine gute Zusammenarbeit verbindet uns auch mit unserer linksrheinischen Nachbargemeinde Otter­stadt, die sich sehr für unsere Kollerinsel interes­siert – inzwischen gibt es deutliche Fortschritte beim „Inselcamping am Kollersee“, das wir wieder mit den Otterstädter Ortschaftsräten zusammen besuchten. Die Versorgungsgebäude sind ebenso in Betrieb wie die Wasser- und Stromversorgung der Häuser und Parzellen. Aufgrund von Bauver­zögerungen und –schäden mußte die Einweihung auf den Frühsommer 2018 verschoben werden.

 

Vielfältiges Kulturleben

Unser aufwändigstes Kulturprojekt, die Brühler Jugendmusik­schule leistet hervorragende Breitenarbeit und hat eine erfreulich gute Zusam­menarbeit mit dem Musikverein etabliert, die viel Nachwuchs in dessen Jugend- und Sinfoni­sches Blasorchester bringt. Ein bunter Strauß von gut besuchten Kulturveran­staltungen sowie Kunst­ausstellungen mit regional bekannten und Brühler Künst­lern gab es in der Festhalle und in der Villa Meixner, die mit ihrem heimeligen Ambiente viele begeistert, zuletzt beim Weihnachtsmarkt, und noch einige Tage und Nächte mit ihrer famosen weihnachtlichen Beleuchtung.

 

Den Brühler Vereinen zahlen wir inzwischen er­höhte Zuschüsse, weil wir für deren erfolgreiche Jugendarbeit dankbar sind. Die Gemeinde profitiert von ihr. Freiwillige Zuschüsse für Investitions­vor­haben und Anschaffungen der Vereine wurden ge­währt.

 

„Sportpark Süd“ geht in die Umsetzung

Das Projekt „Sportpark-Süd“ ist nun auf der „Planungs-Zielgeraden“: die Vereine haben die neuen Pachtverträge unterschrieben, die Gemeinde erhält dann ihre bisherigen Grundstücke zurück. Weiter haben wir ein Grundstück vom Schulver­band erworben und das Planungsbüro bereitet den Satzungsbeschluß für den Bebauungsplan vor. Gleichzeitig wurde das Investorenauswahlverfahren gestartet, mit dem fünf zugelassene Bewerber neben einem finanziellen Angebot auch Vorschläge für die Bebauung des bisherigen Sportgeländes erarbeiten werden.

 

Dank an die Ehrenamtlichen

Mein Dank geht an alle, die unser Gemeinde­leben im ab­gelaufenen Jahr positiv mitgestaltet haben - sei es bei unserem Ferienfrei­zeit­programm im Sommer oder das ganze Jahr über in den Jugend­abtei­lungen unserer Vereine, wo der Schwerpunkt beim Sport lag. Dank gilt auch beiden Kirchenge­mein­den, die sich auch im Luther-Jahr 2017 wieder in der Ju­gend- und Seniorenarbeit, in der Nachbar­schafts­hilfe und bei der Hilfe für pflegende Angehörige ebenso enga­gieren wie auf dem Feld der Flüchtlingshilfe.

 

Erwähnenswerte Initiativen sind auch die seit Jahren laufende Tombola des ASV Rohrhof bei seinem Fischerfest und die Einrichtung „Aktion 60 plus“, bei der Senioren unserer Gemeinde Schülern durch Nachhilfe und Arbeitsgemein­schaften den Start ins Berufsleben erleichtern. Sie engagieren sich inzwischen auch für Flüchtlingskinder. Dies wird in den kommenden Jahren immer wichtiger.

 

Mein herzlicher Dank geht an den konstruktiven Gemeinderat und den Jugendge­meinderat. Während im Gemeinderat 2017 der Frauenanteil durch zwei Nachrückerinnen deutlich gestärkt wurde, gelang mit der Jugendgemeinderatswahl ein vielversprechender Neuanfang. Mein Dank gilt auch meinen Mitarbei­terinnen und Mitarbeitern im Rathaus und in den Außen­stellen für ihre gute Arbeit.

 

So wünsche ich an dieser Stelle allen Leserinnen und Lesern der „Brühler Rundschau“ frohe Weihnachten, und vor allem gute Gesundheit im neuen Jahr. Ich ermuntere Sie, bei schönem Wetter einen Spazier­gang durch unsere Gemeinde zu unternehmen -  es gibt einiges, von dem ich hier berichtete, zu entdecken.

 

Herzlichst

Ihr Ralf Göck

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