Prof.Dr. Wahl und Helmut Mehrer

Mittwoch, 30. Mai 2018

Faszinierende Erkenntnisse über das Alter Prof. Dr. Wahl bei der Brühler Aktion 60 plus

Was sein Buch „Die neue Psychologie des Alterns“ verspricht, hat sein Verfasser Hans-Werner Wahl von der Universität Heidelberg gehalten. Im mit fast 80 Personen voll besetzten Gemeinderatssaal, begrüßt von Bürgermeister Dr. Ralf Göck und vorgestellt von Helmut Mehrer, Aktion 60+, präsentierte der Altersforscher seine wissenschaftlich begründeten und sehr erfreulichen Ergebnisse.

Nie ging es uns besser!

Es klang wie eine Fanfare „Die Menschheit hat das sichere lange Leben geschafft. Wer heute 65 ist, dem sind 10 Jahre zusätzlichen Lebens relativ sicher. 65-Jährige haben heute die Fitness von 55-Jährigen von vor 30 Jahren. Zwischen 60 und 80 Jahren sehen wir heute eine Phase relativer Gesundheit und Leistungsfähigkeit, die wir aktiv nützen müssen, um sie zu genießen.“

 

Potenziale des Älterwerdens nutzen

Mit einem Diagramm zeigte der Psychologe, dass die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung zwar schon mit 20 Jahren fortlaufend abnimmt. Doch gleichzeitig wächst genauso stetig das Erfahrungswissen. Die beiden Linien kreuzen sich bei etwa 48 Jahren. Ältere können also durchaus anspruchsvolle und für sie selbst befriedigende Aufgaben übernehmen und Neues lernen. Beim Pensionsalter gibt es keine für alle gültige Grenze: „Wer kann und Freude daraus zieht, soll also durchaus länger arbeiten dürfen“, so die Empfehlung des Psychologen.

 

Wohlfühlen ist Einstellungssache

Warum sind die Wartezimmer in den Arztpraxen dennoch überfüllt? Hier sah Wahl einerseits unumstößliche Fakten: Jenseits der 80 nehmen Mehrfacherkrankungen und Pflegebedarfe deutlich zu. Dennoch ist auch hier eine reine Schonhaltung nicht die richtige Antwort: Wir sollen nicht passiv werden, sondern weiterhin mögliche Aufgaben suchen, die uns belohnen und Freude machen. Und hier nannte er ausdrücklich die Aktion 60+ und sprach mit dem Engagement der jüngeren Alten für die Älteren das Altenwerk (Maria Becker) und den Altentreff (Dietlinde Blank) an.

 

Und der Tod?

Auch er gehört zu unserem Schicksal und zu einer alternden Gesellschaft; Tod und Sterben sind auch Gegenstände der Alternspsychologie. Sie hat Menschen in ihrer letzten Phase befragt und bei ihnen deutliche Unterschiede in der Lebenszufriedenheit festgestellt. Insgesamt nimmt Lebenszufriedenheit in der Nähe des Todes ab.

 

Umsetzung der Forschung in die Praxis

Die Frage eines Anwesenden, warum erst jetzt die Befunde der Alternspsychologie vorlägen und warum die Umsetzung so lange dauere, rief Bürgermeister Dr. Göck auf den Plan. Er berichtete von einem Wandel der Mentalität. Als beispielsweise vor 15 Jahren das „Betreute Wohnen“ in der Ahornstraße entstand, gab es auch ablehnende Meinungen dazu, während das neue Projekt in der Hauptstraße politisch unumstritten war, und auch die Appartements wurden dort deutlich schneller verkauft als beim ersten Projekt. Mit Hinweisen auf weitere Brühler Projekte, etwa das Gesundheitsforum, und dem herzlichen Dank an den Referenten aber auch an die Aktion 60plus, verband Göck die Einladung an die Studenten Prof. Wahls, sich in Brühl über das Mehrgenerationenprojekt „Junges und Betreutes Wohnen im Ortskern“ kundig zu machen.

Auf der Website der Aktion 60+  www.aktion-60-plus.de steht auch eine E-Mail-Adresse als Kontaktmöglichkeit.

 

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