Das Brühler „Netzwerk für ältere und kranke Menschen“ und einige Gäste beim Infostand anlässlich des Welt-Alzheimertages.

Mittwoch, 26. September 2018

Netzwerk erinnert erfolgreich an Welt-Alzheimertag

Zu einer erfolgreichen Aktion mit viel Breitenwirkung wurde der Info-Stand des Brühler Netzwerks für alte und kranke Menschen bei Edeka Embach vor wenigen Tagen

Viele Menschen blieben stehen, um sich bei den im Netzwerk verbundenen Brühler Organisationen über diese „neue“ Geißel der Menschheit zu informieren; immerhin sind 1,7 Millionen Menschen in Deutschland von Demenz betroffen und in über 80 Prozent der Fälle ist Alzheimer die Ursache.

Der Brühler Pro-Seniore-Residenzberater Carsten Sauder hat sich zum Spezialisten entwickelt: Er hat konkrete Forderungen, wie diese existentielle Änderung der Lebenssituation der Betroffenen und ihrer Angehörigen besser verarbeitet werden kann:

„Es ist sowohl eine psychosoziale als auch eine psychotherapeutische Betreuung der Betroffenen und deren Angehörigen notwendig. Ein einfaches Beratungsgespräch hilft da nicht weiter“.

Sauder plädiert für einen inklusiven Ansatz, so dass die erkrankten Menschen nicht am Rande stehen. In Brühl geschehe das ansatzweise mit dem Netzwerk, wenn etwa Nachbarschaftshilfe, Café Vergissmeinnicht, Frauenselbsthilfe nach Krebs, Behindertenbeauftragter, Heime und letztendlich auch die Hospizgemeinschaft zusammenwirken. Den bisherigen Erfolg der gemeinsamen Arbeit bestätigt auch Bürgermeister Dr. Ralf Göck: „Hier in unserem Netzwerk sind alle Facetten der Betreuung vertreten. Die verschiedenen Stellen arbeiten eng zusammen, so dass das Angebot ganz individuell auf den Patienten angepasst werden kann“. Das sehe man auch an der guten Beteiligung beim Info-Stand, dankte der Bürgermeister allen beteiligten Gruppen.

Natürlich hat auch Göck noch weitere Ziele: „Wir wollen weitermachen. Es soll z. B. mehr betreute Wohnungen in der Gemeinde geben, so kann die Unterstützung so früh wie möglich beginnen. Und wir brauchen mehr Pflegeplätze, insbesondere im kurzfristigen Bereich und mehr Tagespflege.“ Dann werde frühzeitig erkannt, „wenn es losgeht“.

Aber auch im eigenen Haus gebe es Möglichkeiten, wie das Leben dort sicher und angenehm gestaltet werden kann. Aktuell werden immerhin über 70 Prozent der Demenzkranken häuslich versorgt. Hier können Wohnberatungen weiterhelfen. Alexandra Fischer vom B+O-Seniorenzentrum gibt Einblick in die Arbeit: „Das häusliche Umfeld kann so verändert werden, dass die Betroffenen länger dort wohnen können, etwa über eine Licht- und Farbgestaltung an der Haustür, wenn diese nicht mehr gefunden wird.“ Dann sind die Angehörigen allerdings gefordert. So auch der Opa von Pascal Wasow. Enkel Pascal, hauptamtlich ebenfalls bei B&O tätig, berichtete, wie sich das Leben mit dessen Demenz verändert. „Normale Gespräche sind noch möglich, tiefgründige wiederum nicht. Es gibt verschiedene Extreme. Andere werden boshaft, Opa wird lustig und sehr offen. Er kann die nötige Distanz nicht mehr wahren. Am wichtigsten ist das Fördern und Fordern. Durch kleine Aufgaben versuchen wir ihm Selbstbewusstsein zu geben.“

Um die Angehörigen zu entlasten, gibt es in der Gemeinde auch das Café Vergissmeinnicht. Freitags von 14.30 bis 17.30 Uhr wird in der Betreuungsgruppe Spiel, Spaß, Kreativität und vieles mehr angeboten. Bürgermeister Dr. Ralf Göck, der sich auch über die Anwesenheit von Pfarrerin Almut Hundhausen-Hübsch, dem Landtagsabgeordneten Manfred Kern und dem Bundestagsabgeordneten Jens Brandenburg freute, wies auch auf die vielen Betreuungsangebote in der Gemeinde hin: „Kommen Sie zu den Veranstaltungen für Senioren, nutzen Sie unser Seniorenbüro im Rathaus!“

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